Im Camperleben gibt es immer wieder überraschendes, skurriles, herausforderndes und spezielles. Hier ein paar Müsterchen und USA-Eigenheiten aus unserem aktuellen Alltag.
Campingplätze
- Im Yellowstone gibt es nicht viele Campingplätze, dafür riesige mit bis zu 400 Plätzen. Erstaunlicherweise gibt es dennoch auf dem ganzen Platz nur an einem Ort Duschen – natürlich nicht in der Nähe unserer Campsite. Zwei Kilometer bis zur Dusche laufen oder mit dem ganzen Haus auf Rädern zur Dusche fahren und alle Familienmitglieder müssen mitkommen?
- Ein Zettel bei den WC’s verkündet die frohe Botschaft, dass für das Jahr 2025 der Einbau von Türen geplant ist. Bis dahin sorgen Vorhängli für ein kleines bisschen Privatsphäre.
- Es hat zwei Duschkabinen. Um zur hinteren zu gelangen führt der Weg durch die vordere 🙂
- Unter dem Vordach stehen drei Waschmaschinen zur Verfügung. Tumbler gibt es keinen und eine Wäscheleine darf man zwischen den Bäumen nicht aufhängen. Ein paar Wäscheleinen stehen zur Verfügung, die aber natürlich bereits gut ausgelastet sind. Für mich ein kleines Wunder, dass unsere Wäsche über Nacht dennoch trocken wurde.
Wohnmobil
- Das Haus auf Rädern hat ein paar Zicken. Zum Beispiel die nicht ganz unwesentliche Eingangstüre mit zwei Schlössern. Auch nach knapp zwei Wochen haben wir den Dreh noch nicht wirklich raus. Mal öffnet sie sich und Mal lässt sie uns draussen stehen, oder dann eben via Fahrerkabine hineinklettern.
- Die wenigen Flügeltüren im Innern knarren erbärmlich und machen grossen Lärm. WD 40 ist die Antwort und jetzt haben wir Ruhe.
- Die Stellplätze sind oft uneben. Wir haben zwei Auffahrkeile (Leveler) um auszugleichen, was bei den Doppelrädern, die wir hinten haben, nicht gerade viel ist. Dennoch haben wir es immer irgendwie geschafft, dass uns beim Schlafen nicht alles Blut in den Kopf fliesst. Zum Überprüfen, wie gerade der Camper steht, dienen uns jeweils die Spielzeugautos unseres Sohnes: Fahren sie auf dem Esstisch davon, müssen wir nachjustieren.
- Unser Wohnmobil ist für unsere Verhältnisse gross, für USA Verhältnisse verschwindend klein. Kürzlich hatten wir Campernachbarn, deren Gefährt uns in Staunen versetzte. Sie stellten ihren “Lastwagen” hin, öffneten hinten die ganze Wand und klappten somit eine Art Balkon aus, befestigten ein Geländer daran, stellten die Sitzlounge darauf und schoben den Grill an seinen Platz. “Nice balcony” konnten wir da nur bewundernd sagen. Das Ding dient sonst als Rampe für ihre ATV (Quad), meinten sie …
Essen
- Unser Sohn hat die ganz farbigen Frühstücksflocken entdeckt. Hier gibt es diese in grossen Säcken à 737 Gramm. Künftig wird es wohl nicht mehr möglich sein, in der Migros elegant an einem solchen Gestell (natürlich mit kleineren Portionen) vorbei zu kurven.
- Im Yellowstone haben wir unser Frühstück draussen hergerichtet und gerade mit essen begonnen. Plötzlich taucht eine Herde Bison auf und läuft in unsere Richtung. Wir packen rasch zusammen und essen doch lieber drinnen weiter, während die Herde direkt an unserem Camper vorbeizieht. Wir erinnern uns an die Begegnung mit Michael, den wir in Alaska getroffen haben. Er war zuvor im Yellowstone und meinte: “Am Anfang hältst du bei jedem Bison, um ihn zu bewundern und bald nerven sie dich, weil es so viele sind und sie dauernd die Strasse blockieren.” Er hatte nicht ganz unrecht.
Morgen nehmen wir die längste Etappe unserer Reise unter die Räder. Dabei fahren wir auch in eine neue Zeitzone und werden künftig 9 Stunden hinter eurer Zeit sein.
